Glücksbringer: Wo ist Hansigo-Lensigo?


GlücksbringerErst mal eine kleine wahre Geschichte vorweg, zum warm werden:

Als meine Mutter klein war, hatte sie eine Puppe. Nicht so wie heute, wo man im überfüllten Kinderzimmer nicht weiß, wem man sein Herz schenken soll, sondern nur die eine, zum lieb haben. Als sie älter wurde, landete ihr Spielzeug bei Oma und Opa auf dem Dachboden. Irgendwann zog sie von zu Hause aus, bekam selbst Kinder und hatte Lust, ihre alten Spielsachen zu sich zu holen. Doch - oh, Schreck! - mein Opa hatte schon vor langer Zeit den Dachboden ausgemistet und alle Erinnerungen in den Sperrmüll gegeben. Die Kinder waren ja groß, brauchte also keiner mehr.
Meine Mutter hatte akribisch den ganzen Dachboden abgesucht, doch kein Spielzeug hatte sich retten können. Das einzige was sie fand, war ein abgebrochener Puppenfinger, den sie von da an als Glücksbringer in ihrem Portemonnaie trug.

Viele, viele Jahre später kam meine Mutter in der Stadt an einem neu eröffneten Antiquitätengeschäft vorbei. D.h. dran vorbei kam sie nicht, sondern sie blieb vor dem Schaufenster wie angewurzelt stehen, denn da drin saß eine Puppe. Eine Puppe wie ihre damals und: ihr fehlte ein Finger!
Meine Mutter ging in den Laden, erzählte ihre Geschichte und holte den kleinen Finger aus dem Portemonnaie, während die Verkäuferin die Puppe aus dem Schaufenster nahm. Er passte! Das war wirklich ihre Puppe! Im Film hätte sie sie nun wahrscheinlich geschenkt gekommen, in Wirklichkeit ging das nicht, aber die Verkäuferin versprach, die Puppe niemand anderem als ihr zu verkaufen.
Wir hatten damals nicht viel Geld. Meine Mutter hat ein paar Nächte drüber geschlafen, ob sie ihre paar Penunzen wirklich so auf den Kopf hauen sollte, aber zum Glück hatte sie es dann doch getan. Niemand von uns ist verhungert und die Puppe hat sie noch heute (der Finger ist im Portemonnaie geblieben).

Wo ist Hansigo-Lensigo? So, und nachdem ich Euch mit dieser Geschichte aus der Familienchronik hoffentlich in die richtige Stimmung versetzt habe, kommen wir zurück zur Überschrift. Und die führt uns zu meiner Oma. Die hatte nämlich als junge Frau auch einen Glücksbringer. Einen Knopf, den sie immer in der Tasche bei sich trug. Sie hatte ihm einen Namen gegeben, “Hansigo-Lensigo”, und ihm all ihre Sorgen und Nöte anvertraut. Auch dieser Knopf ging verloren, aber ich kann über keinen Flohmarkt gehen, ohne nach einem Hansigo-Lensigo Ausschau zu halten.
Am Dienstag ist meine liebe Omi gestorben, aber die Suche nach dem Knopf werde ich nicht aufgeben. Vielleicht könnt Ihr die Augen mit aufhalten? Es ist ein gewölbter Knopf, mit einer kleinen Öse unten dran. Er ist bezogen mit einer Art Cord-Stoff, weiß mit weißen Streifen. Irgendwann finde ich ihn bestimmt.

Und Ihr? Habt Ihr auch Glücksbringer mit einer Geschichte? Erzählt doch mal!

  1. #1 von Speedking am 3. Dezember 2006 - 12:30

    Nee, nee, ich bin nichtg abergläubisch oder brauch ‘n Glücksbringer. Nee, nee, ich nicht.

    Hab nur zur Auflockerung ein altes VW-Zeichen mit einem Zahnrad und einem Sonnenkranz (von ‘ner alten Anstecknadel ??) in der Geldbörse.

    Und ich hoffe, dass mein oller VW-Käfer dank dieses “Teils” immer läuft und läuft und läuft …
    Gruss Norbert ;-)

  2. #2 von Flocke am 4. Dezember 2006 - 11:39

    Das mit Deiner Omi tut mir leid…lass Dich mal drücken.

    Ich habe auch einen Glücksbringer. Es ist der erste Milchzahn des Lieblingssohnes, den ich im Portemonaie trage, neben dem Bettkärtchen welches auf der Entbindungsstation an seinem Bettchen hing.

  3. #3 von mannelossi am 4. Dezember 2006 - 21:59

    @Speedking: Nee, hast Recht. Das klingt total nicht abergläubisch.

    @Flocke: Danke. /hug - Sind diese Bettkärtchen nicht viel zu groß fürs Poretmonnaie?

  4. #4 von Flocke am 6. Dezember 2006 - 15:17

    Nö Lossi, das Bettkärtchen ist in etwa Scheckkartengröße. Mein Sohn war n Frühchen, da gabes nix größeres

  5. #5 von Flocke am 9. Dezember 2006 - 02:08

    statt Trackback:
    http://www.kroetengruen.de/wordpress/?p=1163
    L.G., Flocke

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