Für die Schulschwänzer-Blogparade von Frau Flocke, möchte auch ich meinen kleinen Beitrag leisten. Ich muss vorweg schicken, dass ich eigentlich erst in der 8./9. Klasse angefangen habe die Schule zu schwänzen. Vorher bin ich - soweit ich mich erinnern kann - überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass das überhaupt möglich ist.
Und die Schwänzereien, die dann ihren Lauf nahmen, waren auch nur möglich, weil unsere Klasse, wenn es darauf ankam, super zusammengehalten hat. Wir waren nicht immer ein Herz und eine Seele. Popper und Ökos haben nun mal nicht sooo viele Gemeinsamkeiten, aber wenn es gegen die Lehrer ging, waren wir uns im Grunde immer einig und dafür im Lehrerzimmer auch recht bekannt/gefürchtet (je nach Lehrer). Ich erinnere mich z.B., dass wir alle mal in der ersten Stunde im Schlafanzug/Nachthemd in der Klasse saßen. Einige hatten auch noch allerhand Badezimmerutensilien vor sich aufgebaut. Nachdem sich der Lehrkörper vergeblich bemüht hat, die Ordnung wieder herzustellen, versuchte er einfach normalen Unterricht zu machen. Ein Lehrer kann ja so einsam sein, wenn eine Klasse im Pyjama ihn müde anguckt, sich die Haare kämmt oder gedankenverloren das Gesicht eincremt.
OK, das ist vielleicht kein richtiges Schwänzen, immerhin waren wir ja alle anwesend. Aber normaler Unterricht war es auch nicht und darauf kam es ja schließlich an.
Aus meiner Perspektive kann ich sagen: Schwänzen macht viel mehr Spaß, wenn man es sich leisten kann. Die Zensuren sollten also einigermaßen im Lot sein - schließlich will man sich ja nicht rein reißen, sondern das Leben ein bisschen aufmotzen. Bei mir hat es zum Glück schon gereicht, im Unterricht aufzupassen und so lange penetrant nachzufragen, bis ich die Sachen wirklich verstanden hatte. Auf die Art und Weise konnte ich mir auch des öfteren mal die Hausaufgaben sparen - Hauptsache ich blieb im Unterricht am Ball. Und wenn die Zensuren OK sind, können einem die Lehrer auch nicht so leicht ans Leder. Nur aus diesem Grund habe ich mich auch mit einer handvoll Mitschüler zu dieser Aktion hinreißen lassen:
Wir sind nachts aufs Schulgelände, haben dort ein Transparent aufgehängt: “Schüler, der Du hier eintrittst: Lass alle Hoffnung fahren!”, haben dann ein Zelt aufgebaut und darin genächtigt. Am nächsten Morgen, als Schüler und Lehrer eintrudelten und sich wunderten, kamen wir verwuselt aus dem Zelt gekrabbelt und haben mit dem mitgebrachten Proviant erst mal gefrühstückt. Wir haben auch noch gefrühstückt, als der Unterricht schon begonnen hatte. Empörte Lehrer und auch der Rektor tauchten auf und wollten uns in die Klasse schicken, doch wir haben lieber vor unserem Zelt in der Sonne gesessen und zusammen für eine Klausur geübt. Auch Androhung von Strafe war uns recht schnuppe. (Wie gesagt: Es macht viel mehr Spaß, wenn man eigentlich keine Probleme in der Schule hat!) Wir waren doch anwesend - und gelernt hatten wir auch! Bloß nicht auf Streitereien einlassen, schließlich will man am nächsten Tag in die Klasse zurückkehren. Wir blieben freundlich, aber bestimmt. Und draußen.
Man kann in der Schule so schön viel anstellen (alles erprobt!): Mitschüler erfinden, Türen zukleben, Überraschungspartys für Lehrer organisieren usw. - einfach nur weg zu bleiben ist eigentlich die ödeste Methode dem Unterricht zu entkommen.
mannelossi, 5. April 2009, 22:46
1 Kommentar zu “Das 1×1 des kreativen Schule-Schwänzens”
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Jetzt wirds mir klar: Der Grundstein für Ihre Macke wurde bereits in der Schule gelegt! Das erklärt natürlich einiges…
Ich danke für diese wunderbare Geschichte!