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Dinge, die die Welt nicht braucht und solche, die man trotzdem nicht übersehen sollte. ;)

frucht-erkenntnisVieles lernt man ja einfach so nebenbei, ohne später genau benennen zu können, wann und wie genau man nun zu diesem Wissen gekommen ist. Sprechen beispielsweise. Wer kann sich da noch an den Vorgang der ersten Wortfindungsphase erinnern? Oder hat jemand noch den erleuchteten Moment parat, als er begriff, dass 1+1=2 sind?
Aber manche Lernmomente prägen sich dann doch ins Hirn, so dass man sein Leben lang genau weiß, wie man um dieses Wissen reicher geworden ist.

Ein Beispiel: Ich war fünf oder sechs Jahre alt und meine Eltern in der Messe (= Veranstaltungsraum in der Marinekaserne) beschäftigt. Mein Vater drückte mir eine Mark in die Hand und ich düste in den Nebenraum, in dem ein Flipper stand. Ich versenkte das Geld und nix passierte. Zurück zu den Eltern und noch ‘ne Mark abgeholt. Das selbe Spiel, bzw. eben nicht: Keine Kugel ließ sich blicken! Also wieder ab zu den Eltern. Dieses mal wollte mein Vater nicht einfach neue Kohle rausrücken, sondern kam mit mir mit. Er steckte selbst - in Ermangelung von weiteren Markstücken - dieses mal einen ganzen Heiermann in den Flipper! (Viel Geld! Dafür gab’s damals zwei Schachteln Zigaretten!) Aber auch bei ihm blieb der Flipper tot. Er kontrollierte das Stromkabel, klopfte und rüttelte das Gerät, bis ich ihn fragte, ob vielleicht dieser Zettel, den ich vorhin vom Flipper genommen hatte, etwas zur Problemlösung beitragen könnte. Und das war der Moment, in dem ich in einem Vortrag beigebracht bekam, was “defekt” bedeutet.

Dann gibt es ja auch noch die Dinge, von denen man glaubt, man würde sie nie lernen und irgendwie passiert es dann doch. Als ich in der 5. Klasse anfing Englisch zu lernen (das war lange bevor der PC Einzug in die Häuser hielt), hatte ich die frustrierte Vermutung, dass ich mir die Vokabel “window” nie würde merken können. Ich kann heute nicht mehr genau sagen, was genau meine Schwierigkeit mit diesem Wort war, aber es flutschte mir immer wieder aus dem Hirn. Ein Problem, was - zumindest mit dieser Vokabel - heute vermutlich niemand mehr hat …

Und zu guter letzt gibt es noch das 7×8-Phänomen. 7×8 muss ich nämlich jedesmal wieder ausrechnen. Ich kann mir die Lösung einfach nicht merken. 6×7 - kein Problem. 5×9 - auch kein Thema. Da rechne ich nix, da wird *zack* einfach nur das Ergebnis abgefeuert, aber bei 7×8 funktioniert das nicht. Seltsam.

Könnt Ihr Euch noch an Situationen erinnern, in denen die Saat der Frucht der Erkenntnis aufging?

16 Kommentare zu “Die Saat der Frucht der Erkenntnis”

  1. Gravatar
    10 Jul 2009 , 12:06 Romi Bodoni

    Ja, seit heute weiß ich endlich wie viel ein Heiermann ist.

  2. Gravatar
    10 Jul 2009 , 18:04 Flocke von Kroetengruen

    Mal wieder eine hübsche Geschichte aus Ihrer Kindheit, werte Frau Lossi! Sie sollten die alle mal in einem Buch zusammenfassen.

    Bei mir selbst muss beim Saatgut bereits das Verfalldatum weit überschritten gewesen sein. Wie sonst lassen sich meine Schwierigkeiten mit s und ß beim kleinen Wörtchen “dass/ß” erklären?

    Noch ein mütterlicher Rat: RechneSe einfach 8×8 und ziehenSe im Kopp Achte wieder ab. So hats der Lieblingssohn auch kapiert

  3. Gravatar
    11 Jul 2009 , 00:14 Neri

    @Lossi: 7×8 iss 56… das geht bei mir wiederum ohne Rechnen ;)

    @Flocke: Das wär mir zu kompliziert! *kicher*

  4. Gravatar
    11 Jul 2009 , 10:00 mannelossi

    @Romi: Es freut mich, dass ich da was säen konnte.

    @Flocke: Jo, rechnen kann ich ja. *g* Nur wissen weiß ich es nicht.
    Aber vielleicht kann ich Ihnen ja helfen: “daß” gibt’s nicht mehr. Und “dass” ist dran, wenn man es nicht durch “dieses, jenes, welches” ersetzen kann.
    (Das Haus, das rot ist. Aber: Dass das Haus rot ist, habe ich gesehen.)

    @Neri: Und was geht bei Dir wiederum nicht?

  5. Gravatar
    11 Jul 2009 , 13:16 Flocke von Kroetengruen

    “Dieses, jenes, welches” ja, das kenne ich, verwechsele das aber immer so, wie andere rechtes und links verdrehen…

    Ich dachte ß gibts noch wenn ein langgezogener Vokal davor steht, z.B. “büßen”?

    Ach, wissenSe was? Es (Das) hat keinen Sinn mit mir, dieses hat mir nichtmal der befreundete Studienrat beibringen können, der heute 60 wird. WünschenSe mir Spaß beim Feiern!

    Ich werd n Gläschen auf ihr Wohl trinken

    @ Neri: Sie könnten ja auch mal n Gläschen Pastinake auf Frau Lossi…und so…

  6. Gravatar
    11 Jul 2009 , 13:22 Flocke von Kroetengruen

    Pastinake

  7. Gravatar
    11 Jul 2009 , 13:33 mannelossi

    @Flocke: Da ha’m’se recht. Ich meinte ja auch nur, dass(!) es “daß” nicht mehr gibt.

    Prösterchen! ^^

  8. Gravatar
    11 Jul 2009 , 15:39 AndiBerlin

    7×8… welch ein Zufall. Ich bin kein Mathegenie, und in der Grundschule hatte ich da ein echtes Problem in dem Fach. Man mag es kaum glauben, ich stand da sogar kurz vor einer sechs. Einzig und alleine meinem Vater ist es zu verdanken das ich da eine fünf bekam. Denn der überzeugte die Mathelehrerin (die mich wirklich nicht leiden konnte), das eine sechs ja bedeutet das man etwas gar nicht kann, ich hingegen kann ja wenigstens etwas das kleine Einmaleins!
    Und was das kleine Einmaleins angeht, so konnte ich da nicht alle Zahlen auswendig, bei weitem nicht. Aber 7×8 hat bei mir gesessen… das wußte ich!

  9. Gravatar
    11 Jul 2009 , 17:19 Romi Bodoni

    Oh warte, da fällt mir auch noch was ein:

    Als ich so um 2000/2001 in der 13. Klasse war, sprachen wir über irgendwas im Kongo (weiß aber nicht mehr, um was es ging) als unser Erdkundelehrer beiläufig fragte “Ja, wer ist denn eigentlich Bundesminister für Entwicklung?” – Betretendes Schweigen und angestrengtes An-die-Decke-starren. Da ist es dann aus ihm herausgeplatzt:”IHR WISST NICHT, WER DAS IST? UND IHR WOLLT ABITUR MACHEN? DAS ICH NICHT LACHE! DAS IST HEIDEMARIE WIECZOREK-ZEUL! MERKT EUCH DAS GEFÄLLIGST!”

    Und seitdem interessiert mich nach jeder Wahl bei der Vergabe der Ministerposten, wer denn jetzt diesen inne hat (P.S.: Sie ist es immer noch).

  10. Gravatar
    11 Jul 2009 , 21:13 mannelossi

    @Andi: Vielleicht hat ja dieser Blogbeitrag bei mir ‘ne heilsame Wirkung, so dass ich in Zukunft nicht mehr Rechnen muss, sondern nur noch an das Blog denke und *zack*: 56!
    Sicherheithalber mal ein bisschen wiederholen: 56 - 56 - 56 - 56 …

    @Romi: Jaaa! Genau! Diese Art von Erkenntnis-Saat meine ich! *gimme five*
    Und ähm …*hust* ganz ehrlich: Den Namen “Heidemarie Wieczorek-Zeul” habe ich glaube ich noch nie gehört …

  11. Gravatar
    13 Jul 2009 , 00:19 Flocke von Kroetengruen

    Ich glaube, dass ich langsam begreife…

    @ Romi: Ist das nicht die Tante, die bei HaPes Tanzshow mitgemacht hat???

  12. Gravatar
    13 Jul 2009 , 07:40 mannelossi

    Ich habe die Heidemarie mal gegoogelt: OK, das Gesicht kenne ich immerhin! Nur mit den Namen habe ich ja immer so meine Schwierigkeiten.

    @Flocke: Nee, die Tänzerin war Heide Simonis.

  13. Gravatar
    15 Jul 2009 , 09:32 Frau Wolkenlos

    Ich warte schon seit vielen Jahren auf irgendeine Art von Erkenntnis. :-) Mit 7×8 hatte ich auch so meine Schwierigkeiten. heute kommt das Ergebnis wie aus der Pistole geschossen. Wieso, weiß ich auch nicht.
    LG

  14. Gravatar
    15 Jul 2009 , 22:03 mannelossi

    @Frau Wolkenlos: Warten Sie mal, ich hätte da eine Erkenntins für Sie:
    “Fettflecke auf Blusen halten länger, wenn man sie regelmäßig mit Butter bestreicht.”
    Bitte. Gern geschehen.

  15. Gravatar
    26 Okt 2009 , 15:42 Romi Bodoni

    Übrigens: der neue Bundesminister für Entwicklung heißt Dirk Nebel, FDP

  16. Gravatar
    10 Nov 2009 , 13:48 Romi Bodoni

    Sorry, Dirk Niebel. Jetzt aber!

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