Archiv für Kategorie Anekdoten
Deutsche Rentenversicherung
Verfasst von mannelossi unter Anekdoten, Nur mal so am 10. Juni 2011
Ich hasse Papierkram! Wie die Pest! Egal ob Steuererklärung oder Versicherungsschnickschnack - geht mir weg damit! Andererseits bin ich beflissen genug, all die Unterlagen einigermaßen ordentlich zu führen und ggf. parat zu haben. Ich käme also nie auf die Idee irgendetwas zu ignorieren oder gar eiskalt wegzuschmeißen, was mir irgendeine Behörde unterjubeln will. Aber ich hasse, hasse, hasse es!
Seit Wochen lag da nun dieser Papierstapel von der Deutschen Rentenversicherung in meinem Flur, die mir vorschlugen, ich soll doch mal mein Rentenkonto klären, damit alles hübsch ist, wenn ich dann irgendwann mal Geld von denen haben will. Diesen dicken fetten Batzen Papiere kann man folgendermaßen zusammenfassen: “Was haben Sie denn so seit 1985 gemacht? Bitte ausfüllen und entsprechende Papiere einreichen.” Aaaaaaaah! Nach einer kurzen Panikattacke, die sich in einem innerlichen Schreikrampf und einem äußerlichen nervösen Augenlidzucken äußerte, ging ich dahin, wo ich mich auskenne: ins Internet. Auf zur Rentenversicherung und einen Beratungstermin gemacht. Das war Mitte April und heute hatte ich nun meinen Termin.
War ‘ne nette Behörde, wenn man sich erst mal getraut hat, durch die Drehtür in der dunklen, verspiegelten Fasssade auf der Reeperbahn zu treten. Keine Hausnummer, kein Schild. Ich war mir nicht sicher, was ich wohl betreten würde, als ich mich mutig rein wagte. Zum Glück hatte ich alle relevaten Papiere dabei und mit Hilfe eines sehr freundlichen Sachbearbeiters war die Sache dann in entspannter Atmosphäre ruckzuck erledigt.
Nach fast zwei Monaten mit dezenten Bauchschmerzen bin ich nun frei! FREI! Puh.
Der realistische Traum
Verfasst von mannelossi unter Anekdoten am 13. März 2010
Ich habe heute Nacht geträumt, ich wäre in Disney World (Epcot) und dort gäbe es die neue Attraktion “Die verbotene Stadt” im Bereich China. Das Wetter war herrlich, die Laune war super, als ich da so längs spazierte und ich wusste genau: Das träume ich nur. Es war aber alles so realistisch - die Sonne, der Geruch, die Geräusche - das ich dachte: “Das musst Du Dir gut einprägen und dann mal gucken, ob es in echt auch so aussieht, wenn Du aufwachst!” Ich kam dann auf die schlaue Idee, mich an die Seite auf die Treppenstufen zu setzen, um eine Skizze zu machen. Einen Notzizblock und ‘nen abgenuckelten Bleistift hatte ich in meiner Umhängetasche dabei. Als ich gerade loslegen wollte fiel mir ein: “Wie blöd! Wenn ich aufwache, ist die Zeichnung natürlich futsch!” Aber dann dachte ich: “Egal! Während ich jetzt zeichne, konzentriere ich mich ja auf Details, an die ich mich dann hoffentlich erinnere.” Ich fing also an den Platz zu skizzieren, als das Bild plötzlich wie durch Zauberhand fertig war und zwar viel besser gescribbelt als ich es könnte. “Wow!”, dachte ich, “das sieht super aus! Nur doof, dass das am Sinn vorbei ging, denn jetzt musste ich mich ja auf gar nix konzentrieren …” Ich habe dann aber einfach die fertige Skizze nachgezeichnet und damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: 1. Meinen Plan verfolgt und 2. ein paar gute Tricks in Sachen Perspektive und Schattierung gelernt.
Tja, und dann bin ich aufgewacht. Und es hat super funktioniert! Ich erinnere mich tatsächlich noch 1A an die Verbotene Stadt. Und an Details. Und an die Zeichnung. Nur schade, dass es in Epcot gar keine neue Attraktion gibt, mit der ich es nun abgleichen könnte …%-)
Damals, als ich noch jung war …
Verfasst von mannelossi unter Anekdoten am 7. August 2009
Die Saat der Frucht der Erkenntnis
Verfasst von mannelossi unter Anekdoten am 10. Juli 2009
Vieles lernt man ja einfach so nebenbei, ohne später genau benennen zu können, wann und wie genau man nun zu diesem Wissen gekommen ist. Sprechen beispielsweise. Wer kann sich da noch an den Vorgang der ersten Wortfindungsphase erinnern? Oder hat jemand noch den erleuchteten Moment parat, als er begriff, dass 1+1=2 sind?
Aber manche Lernmomente prägen sich dann doch ins Hirn, so dass man sein Leben lang genau weiß, wie man um dieses Wissen reicher geworden ist.
Ein Beispiel: Ich war fünf oder sechs Jahre alt und meine Eltern in der Messe (= Veranstaltungsraum in der Marinekaserne) beschäftigt. Mein Vater drückte mir eine Mark in die Hand und ich düste in den Nebenraum, in dem ein Flipper stand. Ich versenkte das Geld und nix passierte. Zurück zu den Eltern und noch ‘ne Mark abgeholt. Das selbe Spiel, bzw. eben nicht: Keine Kugel ließ sich blicken! Also wieder ab zu den Eltern. Dieses mal wollte mein Vater nicht einfach neue Kohle rausrücken, sondern kam mit mir mit. Er steckte selbst - in Ermangelung von weiteren Markstücken - dieses mal einen ganzen Heiermann in den Flipper! (Viel Geld! Dafür gab’s damals zwei Schachteln Zigaretten!) Aber auch bei ihm blieb der Flipper tot. Er kontrollierte das Stromkabel, klopfte und rüttelte das Gerät, bis ich ihn fragte, ob vielleicht dieser Zettel, den ich vorhin vom Flipper genommen hatte, etwas zur Problemlösung beitragen könnte. Und das war der Moment, in dem ich in einem Vortrag beigebracht bekam, was “defekt” bedeutet.
Dann gibt es ja auch noch die Dinge, von denen man glaubt, man würde sie nie lernen und irgendwie passiert es dann doch. Als ich in der 5. Klasse anfing Englisch zu lernen (das war lange bevor der PC Einzug in die Häuser hielt), hatte ich die frustrierte Vermutung, dass ich mir die Vokabel “window” nie würde merken können. Ich kann heute nicht mehr genau sagen, was genau meine Schwierigkeit mit diesem Wort war, aber es flutschte mir immer wieder aus dem Hirn. Ein Problem, was - zumindest mit dieser Vokabel - heute vermutlich niemand mehr hat …
Und zu guter letzt gibt es noch das 7×8-Phänomen. 7×8 muss ich nämlich jedesmal wieder ausrechnen. Ich kann mir die Lösung einfach nicht merken. 6×7 - kein Problem. 5×9 - auch kein Thema. Da rechne ich nix, da wird *zack* einfach nur das Ergebnis abgefeuert, aber bei 7×8 funktioniert das nicht. Seltsam.
Könnt Ihr Euch noch an Situationen erinnern, in denen die Saat der Frucht der Erkenntnis aufging?
Das 1×1 des kreativen Schule-Schwänzens
Verfasst von mannelossi unter Anekdoten am 5. April 2009
Für die Schulschwänzer-Blogparade von Frau Flocke, möchte auch ich meinen kleinen Beitrag leisten. Ich muss vorweg schicken, dass ich eigentlich erst in der 8./9. Klasse angefangen habe die Schule zu schwänzen. Vorher bin ich - soweit ich mich erinnern kann - überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass das überhaupt möglich ist.
Und die Schwänzereien, die dann ihren Lauf nahmen, waren auch nur möglich, weil unsere Klasse, wenn es darauf ankam, super zusammengehalten hat. Wir waren nicht immer ein Herz und eine Seele. Popper und Ökos haben nun mal nicht sooo viele Gemeinsamkeiten, aber wenn es gegen die Lehrer ging, waren wir uns im Grunde immer einig und dafür im Lehrerzimmer auch recht bekannt/gefürchtet (je nach Lehrer). Ich erinnere mich z.B., dass wir alle mal in der ersten Stunde im Schlafanzug/Nachthemd in der Klasse saßen. Einige hatten auch noch allerhand Badezimmerutensilien vor sich aufgebaut. Nachdem sich der Lehrkörper vergeblich bemüht hat, die Ordnung wieder herzustellen, versuchte er einfach normalen Unterricht zu machen. Ein Lehrer kann ja so einsam sein, wenn eine Klasse im Pyjama ihn müde anguckt, sich die Haare kämmt oder gedankenverloren das Gesicht eincremt.
OK, das ist vielleicht kein richtiges Schwänzen, immerhin waren wir ja alle anwesend. Aber normaler Unterricht war es auch nicht und darauf kam es ja schließlich an.
Aus meiner Perspektive kann ich sagen: Schwänzen macht viel mehr Spaß, wenn man es sich leisten kann. Die Zensuren sollten also einigermaßen im Lot sein - schließlich will man sich ja nicht rein reißen, sondern das Leben ein bisschen aufmotzen. Bei mir hat es zum Glück schon gereicht, im Unterricht aufzupassen und so lange penetrant nachzufragen, bis ich die Sachen wirklich verstanden hatte. Auf die Art und Weise konnte ich mir auch des öfteren mal die Hausaufgaben sparen - Hauptsache ich blieb im Unterricht am Ball. Und wenn die Zensuren OK sind, können einem die Lehrer auch nicht so leicht ans Leder. Nur aus diesem Grund habe ich mich auch mit einer handvoll Mitschüler zu dieser Aktion hinreißen lassen:
Wir sind nachts aufs Schulgelände, haben dort ein Transparent aufgehängt: “Schüler, der Du hier eintrittst: Lass alle Hoffnung fahren!”, haben dann ein Zelt aufgebaut und darin genächtigt. Am nächsten Morgen, als Schüler und Lehrer eintrudelten und sich wunderten, kamen wir verwuselt aus dem Zelt gekrabbelt und haben mit dem mitgebrachten Proviant erst mal gefrühstückt. Wir haben auch noch gefrühstückt, als der Unterricht schon begonnen hatte. Empörte Lehrer und auch der Rektor tauchten auf und wollten uns in die Klasse schicken, doch wir haben lieber vor unserem Zelt in der Sonne gesessen und zusammen für eine Klausur geübt. Auch Androhung von Strafe war uns recht schnuppe. (Wie gesagt: Es macht viel mehr Spaß, wenn man eigentlich keine Probleme in der Schule hat!) Wir waren doch anwesend - und gelernt hatten wir auch! Bloß nicht auf Streitereien einlassen, schließlich will man am nächsten Tag in die Klasse zurückkehren. Wir blieben freundlich, aber bestimmt. Und draußen.
Man kann in der Schule so schön viel anstellen (alles erprobt!): Mitschüler erfinden, Türen zukleben, Überraschungspartys für Lehrer organisieren usw. - einfach nur weg zu bleiben ist eigentlich die ödeste Methode dem Unterricht zu entkommen.









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