Archiv für Kategorie Rezension
GLOW - The Show
Verfasst von mannelossi unter Rezension am 5. April 2009
Gestern war ich in den Fliegenden Bauten zu “GLOW - The Show“. Grandios! Genial! Soetwas habe ich noch nie live auf der Bühne gesehen und hätte mir jemand davon erzählt, hätte ich es mir nicht vorstellen können. Die Bühne ist dunkel. Das Schwarzlicht lässt die in Neonfarben gekleideten Darsteller mit ihren Plastikperücken unecht erstrahlen. Die meisten Akteure bleiben jedoch unsichtbar im Dunkeln. Sie sorgen im Verborgenen dafür, dass der Abend zu einem Erlebnis ohne Gleichen wird. Ein Live-Comic. Mit Hitchcock-Kamerafahrten. Ungewohnte Perspektiven. Die Story ist banal und egal. Die Sprache scheint irgendein Gemisch aus Englisch-Spanisch-Deutsch-Phantasie - doch keine Angst: Man versteht alles. Die Bilder sprechen für sich.
Wer Gelegenheit hat “Glow” zu sehen, sollte es tun. Mir fehlen die Wort - man muss es erleben!
Mamma Mia
Verfasst von mannelossi unter Rezension am 25. August 2007
Schnell nochmal ins Operettenhaus, bevor am 08.09. der Vorhang fällt!
Mamma Mia macht wirklich Spaß! Die Handlung hat mit den Abba-Songs nicht das geringste zu tun (Mädel findet im alten Tagebuch ihrer Mutter drei potenzielle Väter und lädt alle drei zu ihrer bevorstehenden Hochzeit ein). Erst dachte ich ja: “Hmm … Abba auf deutsch? Ist das nicht Frevel?” Nö! Ist es nicht! Es ist klasse! Das Ensemble hat’s drauf!
Anders als bei den Andrew Llloyd Webber-Musicals, haben die Schauspieler hier mehr Freiheiten, dürfen auch mal improvisieren und dass ihnen das Spaß macht, merkt man von der ersten bis zur letzten Minute. Stimmungsmäßig war das eher Schmidt-Theater, als seriöses Operettenhaus.
Das Bühnenbild schlicht, aber genial. Durch ein paar Handgriffen wird man zu den verschiedenen Schauplätzen befördert.
Und wenn man in der ersten Reihe sitzt wird man für die nicht ganz so optimale Akustik durch versehentlich rumfliegende Requisiten und einen Blick in den Orchestergraben, wo die Musiker zwischen ihren Einsätzen in Zeitschriften blättern, entschädigt.
Dirty Dancing
Verfasst von mannelossi unter Rezension am 4. Mai 2007
Den Film kennt ja wohl jeder - oder outet sich hier jemand, der ihn noch nicht gesehen hat?
Und ich kenne jetzt sogar das Musical, das hier in Hamburg in der neuen Flora gespielt wird.
Wie war’s? Ordentlich Action auf der Bühne! Während man vor der Glotze durch den Schnitt geleitet wird, musste ich mich live in einigen Szenen schon ordentlich auf der Bühne umsehen, um nicht allzu viel zu verpassen. Handlung? Logisch: 1:1 der Film! Abweichungen? Die Mutter durfte ein paar Sätze mehr sagen. *gg* Darsteller? “Baby” war wirklich wie aus dem Film geschnitten - erstaunlich! Ihre Schwester kratzte mit ihrem Hula-Auftritt genauso original am Trommelfell - gelungen! Alle anderen waren wiedererkennbar besetzt. Auch “Johnny” machte seine Sache gut, konnte allerdings trotzdem nicht mit Patrick Swayze mithalten, auch wenn die Damen im Publikum johlten, als er sich in Unnerbüx im Bett räkelte.
Mitten drin fiel mir auf, dass das das erste Musical ist (von denen, die ich kenne), in denen die Hauptdarsteller nicht singen. Klar, tun sie ja im Film auch nicht.
Die Bühnenbilder und Technik waren genial durchdacht. Mit vielen Tricks wurden wirklich alle Sets des Films in fließenden Übergängen auf die Bretter gezaubert.
Fazit: Hat Spaß gemacht! Die Tanzszenen sind live natürlich noch viel mitreißender als im Fernsehen. Trotzdem ist das ein Musical bei dem 1x Gucken reicht. Wenn mich das nächste mal die Dirty Dancing-Sucht überfällt, genügt auch wieder der Film.
Schmidt Mitternachtsshow
Verfasst von mannelossi unter Rezension am 29. April 2007
Schmidt Theater und Schmidts Tivoli ist Euch doch sicher ein Begriff, oder? Urgesteine wie Corny Littmann, Lilo Wanders, Marlene Jaschke usw. haben dort ihre Heimat. Als das damals mit der Mitternachtsshow los ging, vor 15-20 Jahren … sch*iße, ist das lange her, war ich gaaanz oft da. Hat nur 5 DM Eintritt gekostet (bevor die Show ins Fernsehen kam) und war allerfeinste Unterhaltung zur besten Uhrzeit (Samstags, 0 - 3 oder 4 Uhr und anschließend auf den Fischmarkt *g*).
Gestern, bzw. heute Nacht, war ich nach echt langer Abstinenz mal wieder dort. OK, ein paar Randbedingungen haben sich geändert: Die Preise sind dezent angezogen, ich musste vorschlafen, um durchzuhalten und war anschließend nicht auf dem Fischmarkt, aber was die eigentliche Show angeht, war das Feeling immer noch klasse. Zur Erklärung: Es gibt immer eine Art Moderator, der durchs Programm führt und eine handvoll mehr oder weniger bekannte Künstler, die das Programm bestreiten. Das besondere an der Mitternachtsshow ist jedoch das Publikum, das um die Uhrzeit immer besonders gut drauf ist (ich habe es wirklich noch nie! anders erlebt) und nicht nur die Auftritte konsumiert, sondern durch Zwischenrufe zu einem Happening macht. Manchmal hat man einen Furzknoten im Publikum, der dann tatsächlich “Pssst!” ruft, vielleicht, weil er ein Stück Kulturgut erwartet hat. Diese Art Zuschauer wird jedoch ausgelacht und ist dann nach der Pause nicht mehr anwesend. 
Wer die Mitternachtsshow noch nie erlebt hat, dem sei sie für den nächsten Hamburg-Besuch ans Herz gelegt. Und anschließend auf den Fischmarkt.
Hans Liberg - Wie war’s?
Verfasst von mannelossi unter Rezension am 16. November 2006
Genial!
Die Laeiszhalle (großer Saal mit 2 Rängen) war gerammelt voll. Publikum von 20 bis 70 Jahre alt. Von Jeans bis aufgebrezelt. Und eins hatten wir alle gemeinsam: Wir waren gut drauf! Geht auch gar nicht anders bei Liberg. Wenn er sich an den Flügel setzt, anfängt Mozart zu spielen und auffordert: “Bitte singen Sie mit, meine Damen und Herren!”, dann singt der Saal und zwar ausnahmslos! Manch anderer Künstler kann sich auf den Kopf stellen, bevor das Publikum irgendwas leise mitsummt - nicht so Liberg. Da warten wir alle, dass wir vor uns hin krakeelen dürfen. Und wenn er sein Spiel, ob unseres grottenschlechten Gesangs abbricht, um sich durch intensives Schnüffeln am Edding auf unser Niveau zu bringen, dann stört uns das nicht die Bohne. Der Mann hat’s einfach drauf. Flügel, Orgel, Bass, Gitarre und und und. Klassik rauf und runter, aber mit Mick Jagger, Fats Domino, Fußballhymnen und dem französischen Erotik-Chanson “Je t’aime”. “Stöhnen Sie mit, meine Damen und Herren!”
Lieblingsfeind Nr. 1: André Rieu. In seinen Fußstapfen: Helmut Lotti. Sollte man Fan besagter Personen sein, muss man tapfer sein. *hehe*
Eins haben wir gestern jedenfalls alle gelernt: Klassische Musik ist schön, aber nicht lustig. Es sei denn man spielt den Hochzeits- und den Trauermarsch gleichzeitig. Dann ist es lustig. Aber nicht schön. 
Wenn Ihr noch Karten (München, Essen, Wuppertal, Bonn, Hamburg) kriegen solltet: Nichts wie hin!
Edit: In den Videoclips kann man sich u.a. sogar das komplette letzte Konzert ansehen, aber das ist laaaaaaange nicht so gut wie live! Die Atmosphäre gehört einfach dazu.







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